Sanitärkeramik: News, Zahlen und Fakten (November 2015)

Das Badezimmer im Wandel

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Moderne Badezimmer einrichten und Wohnideen für moderne Sanitärkeramik

Das Badezimmer, wie wir es heute kennen, hat einen langen Weg hinter sich. 1910 bekam der Begriff das erste Mal eine Bedeutung: Das sogenannte Frankfurter Bad galt als erstes Badezimmer mit fest integrierter Dusche oder Badewanne. Diese waren in einer Nische der Küche oder des Schlafraumes untergebracht. Ein Vorhang oder eine Trennwand separierte den Waschbereich vom restlichen Raum. Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem 2ten Weltkrieg stattete man die Neubauten in den 5oern mit winzigen Badezimmern aus. Die Materialknappheit und die damit verbundene einfache Bauweise machten sich vor allem bei den Sanitäranlagen bemerkbar. So sprach man eher von kleinen Nasszellen, als von geräumigen Badezimmern. Das änderte sich in den 60er Jahren. Der Wirtschaftsboom und das zunehmende Interesse an Design und Innenarchitektur spiegelte sich auch in den Bädern wieder. Farben, Verzierungen und neue Materialien, wie PVC, kamen zum Einsatz und gaben dem Badezimmer erstmals eine gemütliche Atmosphäre.

Neue Sanitärkeramik und individuelle Gestaltung

Mit der Aufbruchsstimmung in den 70er Jahren, veränderte sich auch das WC: Neue Formen, Farbtöne und eine verbesserte Sanitärkeramik prägten den Wohnraum zu dieser Zeit. Orange, Pink und Violett kamen genauso zum Einsatz, wie das Doppelwaschbecken. Die Firma Hansgrohe erfand die Duschstange und die erste Handbrause mit verstellbaren Wasserstrahlen. Die Bedeutung von Badmöbeln wuchs und die Ära der großen Sanitärhersteller begann.
Neben der ausschließlich funktionalen Ausrichtung stehen zukünftig Design und Atmosphäre im Vordergrund. Das Badezimmer ist endlich ein gleichwertiger Teil des Wohnbereichs und nicht mehr nur Nutzraum ohne Charme. Die Sanitärbranche boomt und die Innovationen in diesem Sektor nehmen kein Ende.

Das Badezimmer heute

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Outdoor Garten Whirlpool für mehrere Personen – Emotion-24

2015 ist das Badezimmer ein Ort der Ruhe und ähnelt immer mehr einer kleinen Wellness-Oase. Zeitloses Design mit hohem Qualitätsanspruch ist mehr gefragt denn je. Außergewöhnliche Badmöbel, extra große Duschen oder Badewannen mit Whirl-Funktion – im Badezimmer herrscht ein großer Gestaltungsfreiraum. Sideboards mit Schalenbecken, eine frei begehbare Duschzone oder XL-Wannen machen das Bad heute zu einer Art Mini-Spa. Holzböden schaffen einen wohnlichen Charakter. Darüber hinaus sind multifunktionale Badmöbel von großer Bedeutung. Auch der Umweltgedanke spielt bei Badherstellern eine immer größere Rolle. So gibt es zunehmend wassersparende Armaturen, die durch Sensorsysteme den Verbrauch und die Temperatur steuern.

Villeroy & Boch

Der Hersteller von Keramikwaren sitzt in Mettlach im Saarland. Das Familienunternehmen existiert seit 1748 und ist nach den beiden Gründern François Boch und Nicolas Villeroy benannt. Der Keramikriese befindet sich heute größtenteils im Besitz der Familien von Boch-Galhau (Hauptaktionäre) und Villeroy de Galhau. Vor allem hochwertigeres Porzellan und die „Mettlacher Platten“, eine besondere Art Bodenfliese, verhalfen dem deutschen Konzern 1850 zu internationalem Ruhm. Die Waren wurden innerhalb Europas vertrieben und nach Nord- und Südamerika exportiert. In den 80er Jahren erweiterte man das Produktsortiment um Wannen und Duschen und expandierte im großen Stil. Mittlerweile gibt es 14 Produktionsstätten in Europa, Asien und Amerika. Villeroy & Boch hat aktuell 7300 Mitarbeiter und vertreibt seine Ware in ca. 125 Ländern weltweit. Der Konzernumsatz bewegte sich 2014 bei 766 Millionen Euro. Der ehemalige Porzellanproduzent ist heute eine Lifestyle-Marke, die in den Unternehmensbereichen „Bad und Wellness“ und „Tischkultur“ ganzheitliche Lösungen anbietet.

Aktuelles

Villeroy & Boch zählt zu den beliebtesten Familienunternehmen der Bunderepublik und belegt damit Rang fünf unter 220 Familienunternehmen in Deutschland.

Duravit AG

Das Unternehmen mit Sitz in Hornberg, Baden-Württemberg produzierte bis 1842 ausschließlich Steingutgeschirr. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erweiterten sanitäre Spülwaren das Sortiment. Seit 1960 verkauft man Sanitärkeramik, Badmöbel und Küchenspülen unter dem Markennamen DURAVIT. Mittlerweile umfasst die Produktpalette Dusch- und Badewannen, Whirl- und Wellnesssysteme sowie Dusch-WCs, Saunen und Accessoires. Für die modernen Entwürfe arbeitet das Unternehmen mit bekannten Designern, wie z. B. Philippe Starck zusammen. 2014 erwirtschaftete die Duravit AG mehr als 390 Millionen Euro und beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter weltweit.


Duravit Werke in Frankreich

  • Bischwiller (Sanitärkeramik)

 


 

Duravit Werke in Ägypten

  • Kairo (Sanitärkeramik &Acrylwannen)

 


 

Duravit Werke in China

  • Chongqing (Sanitärkeramik)
  • Shanghai (Engineering und Montage)

 


Duravit Werke in Indien

  • Tarapur (Sanitärkeramik)

 


Aktuelles

Der langjährige Vorstand Technik der Duravit AG, Werner Griebe (66), tritt zum 31. Dezember 2015 in den Ruhestand. Ihm folgt sein Arbeitskollege Thomas Stammel zum 1. Januar 2016 nach, teilte das Hornberger Unternehmen jüngst in einem Schreiben mit.

 

Keramag Keramische Werke GmbH

Der Düsseldorfer Konzern wurde 1903 gegründet und trägt seit 1917 den Namen Keramag Keramische Werke GmbH. 2015 wurde das Unternehmen von der Geberit Gruppe übernommen. Der Markenhersteller für Sanitärkeramik und Badmöbel hat Werke in Wesel und Haldensleben und exportiert seine Sanitärkeramik seit den 60er Jahren weltweit. 780 Mitarbeiter arbeiten beim Traditionsunternehmen.

Aktuelles

Achim Bolanz, von 2008 bis 2013 Vorstand Finanzen, IT, Controlling und Logistik und seit 2014 Geschäftsführer der Keramag GmbH, wird das Unternehmen zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch verlassen und zukünftig als Geschäftsführer eine neue unternehmerische Herausforderung antreten.

Quellen:
Pressesprecher der einzelnen Unternehmen
Statista (Premium Account)

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